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Frauen Fische Fjorde

Ende der 1940er Jahre ziehen hunderte deutsche Frauen nach Island und bleiben dort. Anne Siegel brachte ihre bisher unerzählte Geschichte zu Tage. 1949. Auf Islands Bauernhöfen herrscht akuter Frauenmangel, während in Deutschland auf einen Mann fünf Frauen kommen. Hunderte von ihnen entschließen sich, nach Island zu emigrieren – in ein Land, von dem viele nicht einmal wissen, wo genau es liegt. Ihre Motive sind so unterschiedlich wie ihre Biografien. Anhand ausgewählter Lebenswege zeichnet Anne Siegel spannende Schicksale nach. Sensibel und mitreißend schildern die heute betagten Frauen, wie sie überwältigt wurden von der Gastfreundschaft der Bewohner und der Wildheit der Natur; wie sie als Landarbeiterinnen ein neues Zuhause fanden, Familien gründeten und für immer blieben. Um drei neue Kapitel ergänzte und aktualisierte Taschenbuchausgabe

Vorwort

Sie hieß Helga. Ich weiß noch, wie sie aussah, als ich sie zum ersten Mal sah. Blondes Haar, klein und zart – wahrscheinlich auch dünn. Blaue Augen. Ich wusste, dass sie fremde Sprachen konnte, aber auch ein wenig Isländisch, das eben ganz anders klang. Wusste, dass sie aus Deutschland kam. Es war Nachkriegszeit. In den Zeitungen sahen wir Fotos von Städten in Ruinen und verhungernden Kindern. Im Radio klangen Nachrichten voller Trauer und Elend. Das hat mich als Kind ziemlich mitgenommen. Helga war mit dem Schiff Esja aus Hamburg zu Beginn des [...]

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